Maximilian Jacobi (1775-1858)

Cover
Maximilian Jacobi (1775-1858)
Mediziner, Publizist und Menschenfreund
Erscheinungsjahr: 2017, 1. Auflage
Ausstattung: ca. 500 Seiten, gebunden, zahlreiche s/w- und farbige Abb. [Cover: HA Schult, Köln]
ISBN: 978-3-939431-02-2

Spaziergänger, die in Siegburg den historischen Friedhof an der Johannesstraße besuchen, stoßen schon nach wenigen Schritten, links neben der ehrwürdigen Friedhofskapelle, auf eine Grabstätte, die an das »Goldene Zeitalter Siegburgs« erinnert, in dem sich die Stadt zu einem Zentrum des medizinischen Fortschritts in Deutschland, Europa und darüber hinaus entwickelt hat. Ein schlichtes, schönes Eisenkreuz aus der Berliner Eisenmanufaktur gibt Auskunft darüber, dass hier Carl Wigand Maximilian Jacobi und Frau Anna, geborene Claudius, begraben liegen. Maximilian Jacobi – die Familie und er selbst benutzten gern auch die Kurzform Max – starb am 18. Mai 1858, hochgeehrt als Leiter der von ihm gegründeten Siegburger Irren-Heilanstalt. Jacobi, verwandt oder befreundet mit vielen Geistesgrößen seiner Zeit, darunter Johann Wolfgang von Goethe, hat als Mediziner, Publizist und Menschenfreund Maßstäbe gesetzt, die auch und besonders in der heutigen Zeit Aufmerksamkeit und Anerkennung verdienen. Trotz Jacobis herausragender Verdienste in der Geschichte der Psychiatrie und um die Stadt Siegburg liegt – von einigen kleinen biographischen Skizzen abgesehen – bis heute nur die Biographie von Sanitätsrat Dr. Johannes Herting aus dem Jahr 1930 vor, in der er unter dem Titel »Carl Wigand Maximilian Jacobi ein deutscher Arzt (1775–1858). Ein Lebensbild nach Briefen und anderen Quellen« das Leben und Streben dieses bedeutenden Arztes einfühlsam skizziert hat. Ebenfalls hat Herting 1925, zum 100. Jahrestag ihrer Eröffnung, eine kleine Geschichte der von Maximilian Jacobi gegründeten Siegburger Irren-Heilanstalt veröffentlicht. In den vergangenen Jahrzehnten sind weitere Quellen zu Leben und Werk Maximilian Jacobis ans Licht der Öffentlichkeit getreten, die Herting bei der Abfassung seiner Biographie nicht oder nicht vollständig zur Verfügung standen. Insbesondere sei hier auf die bedeutende ›Stiftung Helmut Jacobi‹ verwiesen, die nun im Düsseldorfer Goethe-Museum eine neue Heimstatt gefunden hat. Deshalb wurde, entgegen ersten Überlegungen, Hertings Jacobi-Biographie unverändert neu herauszugeben, beschlossen, die genannten Quellen, zu denen auch neuere Dissertationen über die Psychiatriegeschichte und das langjährige Wirken Jacobis zählen, einem breiteren Publikum zur Kenntnis zu bringen. Gleichwohl bleibt die verdienstvolle und durch reiches Quellenmaterial ergänzte Arbeit Hertings Grundlage dieser Lebensbeschreibung, zumal er das Glück hatte, noch persönlich mit Nachfahren Maximilian Jacobis sprechen und deren Wissen nutzen zu können. Im Gegensatz zu Herting, der seine Biographie thematisch angelegt hat, zeichnet die vorliegende Arbeit den Lebensweg Maximilian Jacobis chronologisch nach. Interessante Familienbildnisse, Fotos, Dokumente, Zeugnisse und Zeitungsberichte illustrieren – zum Teil in Farbe – seinen Weg. Die Biographie wird durch den ungekürzten Nachdruck der Festbroschüre, die die Mitarbeiter Maximilian Jacobis ihrem verehrten Mentor zu dessen fünfzigjährigem Arztjubiläum 1847 überreicht haben, ergänzt. Die dort abgedruckten Glückwunschadressen, Urkunden, Briefe, Gedichte und Lieder belegen, welch hoher Wertschätzung sich Jacobi schon zu Lebzeiten im In- und Ausland erfreute. Sie bieten darüber hinaus eine interessante und unverzichtbare Ergänzung zu dem hier vorliegenden Lebensabriss dieses bedeutenden Arztes und Psychiaters.

[Aus dem Vorwort des Verfassers]